Kajenn gratulierte

Entdeckt in Hwad Behagas? 2015/1: Kajenns Hommage von 1990 auf Bellman zu dessen 250. Geburtstag. Meine Übersetzung:

BELLMAN.

Denk, unser Nationalpoet,
nicht irgend ein Normalpoet
und braver Sozialpoet
und so’n Kulturstipendiat,
o nein! unser Totalpoet,
Trinkbruder, Karnevalpoet,
Rausch-, Reue-, Lust- und Qualpoet,
des bleichen Todes Spielkamerad,
– is’ ja komisch – is’ noch da!
Er lebe hoch. Hurra, hurra.

✧ ✧ ✧

Übersetzung: k-r u

Original:

Tänk att våran nationalskald
icke är en grå normalskald
eller godkänd socialskald
och kulturstipendiat,
utan tidernas totalskald,
dryckesbror och karnevalskald,
rus- och ruelse- och kvalskald,
bleka dödens lekkamrat!
Konstigt är det ju, men bra.
Leve han, hurra hurra.

Denna dagsvers skrev Caj Lundgren, signaturen Kajenn, i Svenska Dagbladet 1990 med anledning av Bellmans 250-årsdag. Den är lika giltig nu vid 275-årsfirandet. Fibben Halds tillhörande teckning kan avnjutas på omslaget. © Caj Lundgren genom ALIS (Hwad Behagas? Bellmanssällskapets medlemsblad, 2015/1 Hwad Behagas? 2015/1 (PDF), S. 12)

Bild: Peter Dahl. Ausschnitt aus der Farblitho zu FE 33.

Elegie am Bett von Ulla

Mikael Samuelson & Mats Bergström mit Ensemble führen in den 5 Strofen 5 Bellman-Interpretationsweisen vor: von Männerchor bis Kunstlied und Jazz, von historisch bis romantisch-empfindsam. Ein komödiantisches Feuerwerk!
Szenerie: Eine Kammer, schwach erhellt von Kerzen; ein Bett.
Personen und Handlung: Die Nymphe Ulla Winblad; ihr Liebhaber Jean Fredman und, abseits auf einem Stuhl sitzend, der Cellist Vater Berg. Fredman fordert ihn auf, … weiterlesen und Video abspielen ♪♫

Der Spielmann

Dan Anderssons „Spelmannen“, genuin und mitreißend interpretiert von dem Spielmann Pär Sörman. | Dan Anderssons „Spelmannen“ i genuin och medryckande tolkning av spelmannen Pär Sörman.

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Jag är spelman, jag skall spela på gravöl och på dans,
i sol och när skyar skymma månens skära glans.
Jag vill aldrig höra råd och jag vill spela som jag vill,
jag spelar för att glömma att jag själv finnes till.

Ich bin Spielmann und will spielen bei Leichenschmaus und Tanz,
bei Sonne und wenn Nebeldunst verhüllt der Sterne Glanz. … weiterlesen und hören ♪♫

Charon, deine Fähre …

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Eine der Musen des jungen Bellman ist Anna Charlotta von Stapelmohr (geb. 1756), bewundert und beneidet für ihre Schönheit ebenso wie für ihre Intelligenz und Schlagfertigkeit. 1778 heiratet sie Bellmans Freund Staatsekretär Elis Schröderheim. Die Neider, von denen Bellman spricht, werden noch mehr herausgefordert durch die heftige Affäre, die Anna Charlotta mit einem 25-jährigen Adonis hat. Das Ende ist tragisch:   Am Neujahrstag 1791 stirbt Anna Charlotta im Kindbett. … weiterlesen und Video abspielen ♪♫

Ballade über Bellman

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Peter Dahl: Lithografie zu Fredmans Epistel Nr. 17.

Nicht wenige schwedische Dichter haben Hommagen auf Bellman geschrieben, das war schon zu seinen Lebzeiten so. Die Göteborger Zeitung Hwad Nytt? Hwad Nytt? veröffentlichte 1773 ein Gedicht von Olof Bergklint, in dem er Bellman den “Anakreon des Nordens” nennt. Und Carl Gustaf af Leopold schrieb 1792 ein Poem, in dem er Bellman den “König der Sänger” nennt. … weiterlesen

Die Lebensbahn

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Die Lebensbahn des Menschen. Auf den Punkt gebracht von Otto Reutter (1871-1931) und Olof von Dalin (1708-1763) und hier neu pointiert.

Als vor einigen Tagen meine Frau bei einem Spaziergang Otto Reutter zitierte, aus dem Couplet „Immer weiter – ein Lebensbild“, kam mir ein Lied des schwedischen Barockdichters Olof von Dalin in den Sinn, welches dem Reutter-Gedicht eine unerwartete … weiterlesen

Chroniken der Idun

Idun

Nils Ferlin publizierte einige Gedichte als Chroniken in der Wochenzeitung Idun (Krönikor i Idun). Woher kommt der Name und was bedeutet er?

Idun bedeutet im Altnordischen „Die Erneuernde, Verjüngende“: die Göttin des Frühlings und der Jugend. Mit den goldenen Äpfeln ihrer Apfelbäume gibt sie den Asen dauerhafte Jugend, zwar nicht auf ewig, doch immerhin so lange, bis die Götterwelt irgendwann im „Ragnarök“ Götterdämmerung untergeht. Ein Riese, Thiazi, brachte die Göttin aber in seine Gewalt … weiterlesen

Götterdämmerung 1939

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Einsamkeit. Lavierte Federzeichnung auf Bleistiftskizze. Johan Tobias Sergel, 1795

Chronik der Idun 18.11.1939„In Götterdämmerung sinkt die Welt.“ In dem ersten der beiden Gedichte rapportiert Nils Ferlin die politischen und militärischen Ereignisse der ersten Monate des 2. Weltkriegs. Seine Chronik, Schlagzeilen des Krieges im hämmernden Rhythmus eines Telegraphen, … weiterlesen

2. Weltkrieg: 30.12.1939

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Chronik der Idun 30.12.1939Am 1. September hatten deutsche Truppen Polen angegriffen. Im Abkommen von Brest-Litowsk vom 8. Oktober wurde Polen unter dem Deutschen Reich und der Sowjetunion aufgeteilt. Repressalien der deutschen Besatzer gegen die Zivil­bevölkerung, insbesondere gegen die Juden. Deportationen zur Zwangsarbeit. Im östlichen Teil Polens wurden zahlreiche “Klassenfeinde” von den sowjetischen Besatzern in den Gulag deportiert; die militärische Elite wurde in Katyn und anderswo liquidiert. Und am 30. November hatten sowjetische Truppen unter Marschall Merezkow im so genannten Winterkrieg die finnische … weiterlesen

Zum 2. Weihnachtstag

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Bellman verfaßte auch religiöse Dichtung und übersetzte u. a. deutsche Kirchenlieder für das schwedische Kirchengesangbuch. In Bellmans Poem zum 2. Weihnachtstag haben wir gewissermaßen die Bühne der Heiligen Nacht vor uns; sie erinnert mich an Rembrandts Radierung “Die Engel offenbaren sich den Hirten”:

Wir sahen Himmels Glanz in dieser Nacht der Stille,
befriedet war die Welt, beglückt der gute Wille.
Wir sahn im linden Licht das weite Himmels-All
umwölben hoheitsvoll ein Feld und einen Stall.
Wir fanden dort im Stroh ein Kindlein neugeboren,
das auf die Erde kam, zu retten, die verloren,
und mit der Unschuld Kraft und zartem Herzensschlag
die Erde zu erfreun bereits am ersten Tag.
Wir sahen Engelscharn sich brausend niederschwingen
und hörten Lobgesang aus tausend Kehlen singen!
Gewaltig da erklang in diesem Engelheer
der selge Jubelschrei: Gott in der Höh sei Ehr!
Wie strahlte diese Nacht, da die Natur erblühte,
die stille Woge glomm, der bleiche Mond erglühte,
der lichte Himmelsraum darüber sich erhob,
und jedes Hirtenzelt erglänzt im Freudenlob.

Übersetzung k-r u

→   Zum vollständigen Text auf anacreon.de

Von Pär Sörman interpretiert

Das Lied Per Ols Per Erik, interpretiert von dem Schauspieler und Sänger Pär Sörman!

Soerman-tolkar-Andersson

Das Lied „Per Ols Per Erik“ von Dan Andersson, von ihm selbst vertont, hier von Pär Sörman interpretiert! Wie er mit Mundharmonika, Gitarre, Banjo, Autoharp, Konzertina und Rahmentrommel musiziert, pfeift, rezitiert und singt, und mit immer neuen Klangfarben und überraschenden Akzenten die Dichtung … hören und lesen

Nackt geboren…

Allt vår levnads lopp. Foto: K. Utschick
Olof von Dalin (1708-63) war Bellmans zeitlebens verehrtes Vorbild, Freigeist, Spracherneuerer, Historiker sowie Lehrer und Erzieher des Kronprinzen (des nachmaligen Königs Gustaf III). Dalins Beteiligung an einem Putsch der Königs­familie gegen die korrupte Adels­herrschaft kostete ihn schließlich das Amt; einem Hochverrats­prozeß entging er nur mit knapper Not. Die vorliegende Strophe gehört zu einem Geburtstags­poem von 1738 für Fräulein Hedvig Taube, die Maitresse von König Friedrich I. … weiterlesen

Wiegenlied

Die Bäume da draußen. Foto: K. Utschick

Träden därute

Månen är stor,
guldögd och stor
fönstrena glimrar
som Pärlemor.
Slumra, du lilla,
stilla din gråt;
trädena mumlar
en vaggviselåt.

Mamma är trött,
sånglös och trött;
många och onda
bekymmer hon mött‘
Slumra, du lilla,
stilla din gråt.
Träden därute
har vaggviselåt.

Die Bäume da draußen

Mond, gelb und rund,
blickt groß und rund,
glitzert in Fenstern
perlmutterbunt.
Schlummre, mein Kindlein,
im wiegenden Wind,
Bäume murmeln
ein Wiegenlied lind.

Mutter ist matt,
sanglos und matt,
viele und bange
Sorgen sie hat.
Schlummre, mein Kindlein,
wiegender Wind
singt in den Bäumen
sein Wiegenlied lind.

Übersetzung   k-r u

Zwei Gedichte aus der Tierwelt

Foto: K.Utschick


„Die Mythen über Nils Ferlin, diesen sorglosen Poeten, Stepptänzer, Armdrücker, Raufbold und Saufbold, wurden immer wilder. Ganz Schweden schloß ihn ins Herz. Er war auf seine Weise ein guter PR-Mann für seine Gedichte. Mit ihrem Rhythmus, ihrer “Wortmusik” sind Ferlins Gedichte wie dazu geschaffen, gesungen zu werden. Als sie in den 40er Jahren vertont wurden, waren sie bald in jedermanns Mund. Manch einer entdeckte, daß das keine Schlager waren, sondern Poesie.“ (Knut Warmland)


Hier ein Gedicht aus der Sicht einer Kreatur, der Kuh, und eines über das Meisterstück der Schöpfung, die mit der Gabe der Hypnose ausgestattete Boaschlange. 
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Hoffnungsvolle Trauervision…

dahl-fe33Peter Dahl: Szene aus Epistel 33

Das Bild zeigt eine Szene aus Fredmans Epistel 33, in der es heißt: „Mowitz wirft Hut und Perücke in die Wellen und trinkt aufs Wohl der ganzen Welt.“ ‘Fredmans Episteln’ hat Carl Michael Bellman (1740-95) sein berühmtestes Werk genannt: Den vormaligen Hofuhrmacher und Alderman der Zunft, Jean Fredman, nunmehr ein „Uhrmacher ohne Werkstatt und Laden“, erhebt er zum Apostel von Venus und Bacchus. Fredmans „Gemeinden“ waren nicht die Galather und Korinther, sondern die Galimather* und Prositorinther. Die Parodie ist aus der Dichtung von Bellman, dem „Vorgänger des Kabaretts“ (Hans Ritte), nicht wegzu­denken. So parodiert er auch die … weiterlesen

Aus König Eriks Liedern

Erik XIV. und Karin Månsdotter
Klunkom Welam Welamson: Youtube-Video.
Klunkom Welam Welamson: Text (Original | Deutsch)

Diese Lieder des schwedischen Spätromantikers handeln von Erik XIV. (*1533 +1577), Gustaf Wasas Sohn, schwedischer König 1560, abgesetzt 1569, berüchtigt wegen der „Sture-Morde“ an Nils und Erik Svantesson Sture und an deren Vater sowie an einer großen Zahl weiterer schwedischer Adliger. … weiterlesen