Dan Andersson

Dan Andersson
(1888 - 1920)

→ Original+Deutsch

Per Ols Per Erik

Per Ols Per Erik

1.

Per Ols Per Erik ging im grünen Grunde
und Tränen, Tränen rannen ihm aufs Kinn.
Blank schien der Mond auf seiner Himmelsrunde,
und Blätter zitterten im Abendwind.

2.

Von Trauertrauer war sein Herz zerrissen,
ertränken wollt er sich im Vainasee,
denn Mattsons Mina wollt von ihm nichts wissen,
nun denn: zur Beichte, und dann Welt ade.

3.

Per Ols Per Erik ging am Vainastrande,
die Taschen schwer von Nägeln, Schrott und Stein,
und Schilf und Rose schaukelten vorm Lande
in Trauerwogen, weiß im Mondenschein.

4.

Per Ols Per Erik auf der Felsenzacke
vernahm und sah der Wellen Trauerschlag,
und es war Herbst und kalt, und dünn die Jacke,
die Sterne funkelten an seinem letzten Tag.

5.

Per Ols Per Erik stürzte in die Wellen,
und Wasser spritzte auf im Silberglanz,
und hurtig flohen Hechte und Forellen,
und ruhig wogte Schilf im Wellentanz.

6.

Per Ols Per Erik nah der Felsennase
im Lenz kam aus dem Eis im Felsenspalt.
Nun lag er still umkost vom kühlen Grase,
doch schien es nicht, als wäre es ihm kalt.

7.

Und Mattsons Mina zuckte nur den Nacken,
und Leute standen richterstreng und starr,
so möge man ihn denn gleich hier verscharren,
der sich entleibte für ein Teufelshaar.

8.

Doch es ist lange her, daß dies geschehen,
und Mina ist vermählt und feist und rot.
Per Ols Per Erik müßte sich im Grabe drehen,
wenn er sie säh, für die er jetzt ist tot.

9.

Er hat ’s am besten doch, so frei von Übel,
denkt Mina, wenn sie denkt an all die Plag,
denn er schläft sorglos unterm Unkrauthübel
und aufersteht dereinst am Jüngsten Tag.