Fredmans Gesänge, Nr. 50

Um unsren Bacchus sammeln sich wieder
Richter, Parteien, betrunken, doch trist,
auf ihre Humpen stützen sich nieder,
in den Wein manche Träne fließt.
He du da, he, sag an,
wie heißest du, Kumpan?
Wie heißest du, Kumpan, der du stehst da so bieder?”
Utterquist, ehrenwerteste Brüder.”
Vivat, vivat Freund Utterquist!

Ihr da, uralte Diener im Staate,
meldet: Ist Donnerstag? Freitag zur Stund?
“Nein, es ist Montagmorgen gerade,
freier Montag in froher Rund!”
Du mit dem halben Schuh,
was für’n Patron bist du?
Was für’n Patron bist du, was für’n Saufkamerade?
“Ich heiße W..z, und bin Advokate, *
von Instanzen leb ich gesund.”

Sieh den da mit Liqueur auf den Wangen,
so manche Maid in die Arme ihn nahm.
Hast du den Rock beim Pfandleiher hangen
wegen Bacchus – wie ist dein Nam’?
Schreib, Schreiber! auf und schreib –
Dein Nam’, du Lotterleib!
Dein Nam’, du Lotterleib, und was ist dein Verlangen?
Mörtberg. Will Bacchi Säfte empfangen
wie beim Zoll einst in Simrishamn.”

Ihr da, mit Vollmacht, um zu vertreten
Mutter vom Wismar gewiß kompetent?
“Mein Prinzipal, als Beistand erbeten,
Prima Regula Juris kennt.”
Der Name, bitte sehr!
“Tut nichts zur Sach’, mein Herr!”
Das Auge blau, vom Blut auf der Stirn nicht zu reden!
Schnapsadvokaten kenne ich jeden,
aber just nicht so korpulent.

Klang! Laßt die Glocken schaukeln und schwingen,
Richter schon gähnen, der Himmel verblaßt.
Laßt eine Bowl’ mit Fluidum bringen
und die Partei’n für heut entlaßt!
Wo gehn wir hin zum Schmaus?
Zum Castenhof hinaus!
Die Bowle läßt uns schwitzen, nach Atem uns ringen
und kalter Schnaps die Hitze abklingen.
Heut wird Hemd und Hose verpraßt.