Fredmans Gesänge, Nr. 29

DER GASTHOF.

Lasse, komm! die Leier rühre,
laß Musik erschallen!
Mach schon, Jerker! stich die Viere,
Fünfe, Sechse drauf!
Trumpf! Sieh, wie die Piken fliegen!
Ha, die Trümpfe fallen.
Olle, laß die Dame liegen.
Pelle, he! paß auf!
Olle, hör schon auf zu nicken,
nimm eins von den Piken!
Lasset uns am Wein erquicken!
Kerstin, einen Krug!
Sieh die Münze, wie sie springet,
Höre, wie sie klinget!
Olle schon den Wagen bringet.
Nun ist es genug!

Häng den Bart nicht in die Kanne,
Trockne deine Wange!
Roßknecht ruft schon beim Gespanne
und will endlich los.
Prosit, Marjo, an der Schänke!
Gib die Tabakstange;
doch erst führe ich zur Tränke
mein kreuzbraves Roß.
Prust und brr! Halt still das Fohlen,
mußt die Deichsel holen!
Olle, laß den Wagen rollen,
faß den Peitschenknauf!
Lebt wohl, Lisken, Jöns und Lasse!
Dunkel ist die Gasse.
Ach, der Handschuh liegt beim Fasse.
Fahr im vollen Lauf!

Kerstin tanzet; Spielwerk, töne!
Olle schlingert kräftig,
läßt – pardon – mit Urgedröhne
einen Wind entfliehn.
Seht nur Olle, welch ein Freier!
Kerstin seufzet heftig.
Lasse stimmet seine Leier,
spielt und nimmt ‘nen Priem.
Dreh dich wendig auf den Hacken,
so wie die Polacken!
Wollt ihr euch nun endlich packen!
Kutscher, lade ein!
Karten weg, ihr Krugvaganten!
Seht, von allen Kanten
kommen Schelme, Arrestanten.
Alle fahren heim.