Fredmans Gesänge, Nr. 28

IM KRUG DREI RÖMER.

Mowitz wurde einst Student,
in Uppsala er tagte,
murmelte bald excellent
grammatica contracta,
dumm wie ein Stock
hic haec hoc
bieder exerzierte,
lieh sich einen schwarzen Rock,
Kyronii Bier probierte.

Dort saß er als Misanthrop
und rot wie roter Klatschmohn
seinen Humpen fleißig hob
und konjugierte ‘amo’,
schluckte keck
Bierlein weg.
Liebe ihn verzehrte,
der mit Sack und Pack am Fleck
dem Lehrsaal den Rücken kehrte.

Mit erzürnter Miene trug
er Pufendorf und Grotius,
an die Wand mit Wut sie schlug,
verbiestert wie Stygotius,
sang: Hurra,
schrie: Wer da?
ließ dem Wirt zum Pfand da
Lexika, Colloquia
und Zopfens Varianta.

Drei Studiosi, ja, zu drei’n,
nach Stockholm promenierten,
kehrten im Drei Römer ein,
in “Stube 4” gastierten.
Mowitz war
im Talar,
setzte sich als Praeses,
wacker trank wie ein Scholar
und setzte neue Theses.

Erste Thesis führt’ er an:
ob denn Moral und Sitte
einem echten Bacchi Mann
die Bierdiät gebiete.
Ratio? –
Contra! – Pro!
Nein und Ja es schallte,
Mowitz sagte: Posito!
und Posito! es hallte.

Zweite Thesis setzte er:
ob sich denn unterscheide
ein Faß Bier und irgendwer
mit Bier im Eingeweide.
Cogito! –
Dubito!
einer lauthals brüllte.
Mowitz sagte: Habeo!
Der Wirt die Krüge füllte.

Dritte Thesis dann zum End!
Doch Praeses fiel vom Stuhle,
und mit ihm ein Opponent
in gleicher Kapriole.
Fredman kam
mit Tamtam,
Mädchen und Musiken;
die Gelehrten wurden zahm
wie Esel und Burricken.