Fredmans Gesänge, Nr. 19

Der Tod, das ist ein grimmer Bär,
er fordert Leben alle Stunden.
Der Sperling klein, der Adler hehr,
sie haben Tods Gewalt empfunden.
Und alles seufzt, weil streng der Brauch. :||:
Doch Bacchus lacht, und ich tu’s auch.

Wenn ich wie jeder von uns all’n
werd zu Gericht vom Tod geladen,
seh, daß mein Wechsel ist verfall’n
und daß mein Glück mich hat verraten,
so mag geschehen, was da soll! :||:
Doch eh ich sterb, trinkt auf mein Wohl!

Dann wird zur letzten Fahrt geschirrt,
und tragen lass’ ich mich von Bären.
Ein Bär ist mir dann Freund und Wirt,
läßt mich logieren und mich nähren.
Kommt, Bären, kommt mit Tripp und Trapp, :||:
und Grimm, führ fromm den Trauerstab!

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Bär: Zu Bellmans Zeit nannte man die Schulden­eintreiber wegen ihrer Grob­heit ‘björnar’ (Bären). Bellman hatte mehrfach Bekannt­schaft mit ihnen gemacht.
In FS 19 wird der Tod als Gläubiger tituliert, der gemäß dem strengen Gesetz der Natur das Leben zurückfordert. Mit dem Tod verlieren die “Bären” ihren Schrecken. Im Jenseits gibt es keine Schulden mehr, und der ehedem geizige Wirt schenkt den Trunk freigiebig aus. (Hillbom, FS)

Grimm: ein Beamter im Schuldenamt.