Fredmans Gesänge, Nr. 12

Venus, Minerva,
Mars, dem Verderber,
dem, der mit Trommel und Tod geht einher,
Pallas und Io,
auch Muse Clio,
Pluto, Apollo und selbst Jupiter,
Göttern und Helden
will ich vermelden:
Prosit! heut geb ich euch freien Verzehr.

Euch zu verehren
laßt mich begehren
von euren Gnaden das Glück und die Grace,
und habt die Güte
in meiner Hütte
reichlich zu trinken aus Bütte und Faß.
Essen und Trinken!
Brüstchen und Schinken,
Meerrettich, Senf, dazu Wein, ein paar Glas!

Bacchus erkläret,
wie er heut fähret
in einem Wagen mit Pan und Sylvan;
Phoebus doch fehlet,
den Alten quälet
Durchfall, der warf ihn heut nacht aus der Bahn.
Auch Melpomene
geht es nicht bene.
Bringt mir, mein Fräulein, noch mehr Parmesan.

Juno hat Schnupfen!
Hausrock hat Tupfen –
wie er sie kleidet, wie steht er ihr gut!
Ich bin beklommen:
Wird sie wohl kommen
mit ihrem neuesten Fledermaushut?
Habe im Herzen
Sorgen und Schmerzen.
Göttinnen, Götter, beruhigt mein Blut!

Doch ich mich stärke,
denn ich bemerke
keinen Olympier, ob Mars, ob Apoll.
Alles perdido!
Bacchus! Cupido!
Habe ich euch, so vergeß ich den Groll.
Himmel und Wetter!
Pfeif auf die Götter!
Still! da kommt Morpheus! Adieu und lebt wohl!