Fredmans Gesänge, Nr. 10

Saufen bis nach Mitternacht,
leben als Verrückter!
Erd ist mir als Bett gemacht
Sonne ist mein Lüster.
Nichts schert mich noch macht mich bang,
wenn mein Hirn nur bleibt in Gang
bleibt in Gang
bleibt in Gang
bleibt in Gang
bleibt in Gang,
bis die Nacht wird schummern,
und ich werde schlummern.

In Großvaters altem Rock
Loch am Ellenbogen,
bin in froher Runde doch,
saufe Schnaps vom Roggen
saug aus Krügelein heraus
Morgen-, Tag- und Abendrausch
Abendrausch
Abendrausch
Abendrausch
Abendrausch,
rot vom Branntweinbade
wie ein Schnapskamrade.

Stünd mein sel’ger Vater auf,
säh mein Gläschen blinken,
sagte er: “Mein Sohn, wohlauf!
Bruder, laß uns, trinken!”
“Ja, mein Bruder”, sagte ich,
“trink mit mir bis Tageslicht
Tageslicht
Tageslicht
Tageslicht
Tageslicht,
alsdann magst du eilen
und im Grabe weilen.”

Wäre ich ein reicher Mann
und mein Geldsack trächtig,
zög ich mich zu Weihnacht an
wie ein König prächtig,
kaufte mir in aller Ruh
Rock und Weste, neue Schuh
neue Schuh
neue Schuh
neue Schuh
neue Schuh,
Knoten als Frisur hätt
und am Bauch ’ne Uhr hätt.

Schnaps ist meiner Kehle hold.
Fort mit Staub und Sorgen;
nichts als Staub ist Gut und Gold:
Brüder, rupft den Korken!
Trinken wir – dann ist’s genug –
unsren allerletzten Schluck
letzten Schluck
letzten Schluck
letzten Schluck
letzten Schluck,
ehe wir erblassen
in den roten Wassern.