Fredmans Gesänge, Nr. 6

ÜBER DEN BRANNTWEINBRENNER LUNDHOLM.

Hör Glocken mit angstvollem Ton!
Sie läuten einem Bacchi Sohn,
gebahrt liegt Ritter Lundholm schon;
ihn schlug Todes Tücke.
Sieh, Ordensperücke
und Stern als Lohn!

Hör Glocken dort am finstren Zoll!
Schlaf, alter Lundholm, schlafe wohl!
Cupidos Sang für dich erscholl.
Wenn je deine Liebste
die Wange dir küßte,
dann war sie voll.

Deine Morgensonn brannt’ selten klar,
dein Mittag bloß ein Dämmern war,
deine Nase Abendrot gebar,
von Schatten behangen
der blauroten Wangen
und stolz fürwahr.

So fällt deine Kammertür ins Schloß,
und Kreuz und Kutte, Hemd und Hos
vermodern unter Mull und Moos.
Hebt Sarg, Commandeure!
Trompeten man höre,
Fanfarenstoß!