Fredmans Episteln, Nr. 81

An den Stänkerer Löfberg im Sterbhaus am Danto-Zoll,
gedichtet am Grabe.

Doctor Blad gewidmet.

Schau unsre Schatten, schau, Mowitz, mon frère,
zu einem Dunkel sich klumpen,
Purpur und Gold auf der Schaufel, schau her,
werden Staub und Lumpen.
Winkt dir Charon von dem brausenden Fluß
und der Totengräber dreimal zum Gruß,
leer ist der Kelch dann, mein Bester.
Deswegen, Mowitz, komm, wälze zum Schluß
Grabstein über die Schwester.

Schattige Stätte, gibst Ruhe ihr jetzt
unter den rauschenden Zweigen.
Garstig und Schön dort im Tode zuletzt
sich zu Staub vereinen.
Niemand neidisch lenkt zu dir seinen Schritt.
Glück, so wendig, da es naht oder flieht,
nimmer bei Grüften hat Eile.
Feind, der gewaffnet die Stätte betritt,
bricht hier fromm seine Pfeile.

Glöckchen, es bimmelt, und Glocke, sie dröhnt,
Kantor, bekränzt in der Pforte,
segnet das Grab, und der Knabenchor tönt
schrill am heilgen Orte.
Wo der Tempel seinen Grabacker hat,
säumen Blätter welker Rosen den Pfad,
Bahren und modernde Planken.
Trauernde niedergebeugt, desperat,
stehn in Tränen und wanken.

So ging zur Ruhe von Ball und Krawall,
Stänkerer Löfberg, die Liebste.
Weine und schiele zum Gras vor dem Wall
mit der Leichenkiste!
Ach! am Danto-Zoll die Segel sie strich,
wo der Frohsinn aller Zecher verblich.
Wer soll das Glas nun befehlen?
Durstig war sie, ausgedürstet bin ich,
Durst regiert alle Kehlen.