Fredmans Episteln, Nr. 71

An Ulla im Fenster vom Gasthof Fiskartorpet,
an einem Sommertag zur Mittagszeit.

Pastoral,
Herrn Assesssor Lundström gewidmet.

Ulla, meine Ulla, sag, darf ich dir reichen
Erdbeeren rot in Milch und Wein
oder die zappelnde Renke vom Teiche
oder ein Quellwasser, klar und rein? Fin.
Türen sich öffnen von Wettern und Winden.
Tannreis- und Blumenduft hier fließt.
Schimmernde Wolken die Sonne verkünden,
wie du siehst. D.C.
Ach, ist es nicht göttlich, Fiskartorpet da?
Ja, göttlich anzuschauen!
Diese stolzen Stämme, aufgereiht und grad,
frisch jedes Blatt,
und die Bucht da unten,
weit und still? – Oh ja!
Zwischen Rainen dort die bunten
Äcker? – Ja!
Sag, sind sie nicht göttlich, diese Auen da?
Ach göttlich, ja! Ach göttlich, ja!

Prost, guten Mittag, im Fenster du Schöne!
Horch, von der Stadt hört man Glockenklang,
sieh, wie der Staub noch vernebelt das Grüne
hier vor dem Haus bei Kaleschen und Wag’n. Fin.
Reich in den Sattel dem reitenden Manne
aus deinem Fenster, Bäslein fein,
primo den Zwieback, secundo die Kanne
Hochlandwein! D.C.
Sag, sind sie nicht göttlich &c.

Sieh, meine Ulla, den Hengst, den ich führe,
wiehern und stampfen im vollen Lauf.
Augen noch blicken vorm Stall in der Türe
stolz hoch zum Fenster, zu dir just hinauf. in.
Aller Natur gibst du Feuer und Rasse
mit deiner Augen warmen Pracht.
Klang dir mit vollestem Herzen und Glase
dargebracht. D.C.
Sag, sind sie nicht göttlich &c.