Fredmans Episteln, Nr. 63

Gedichtet mitten in der Woche.

Vater Bergström, stimm an und klinge
und beim Braten den Bogen schwinge,
jeder tanze und hüpf und springe
froh in deinem Haus.
Nun kredenzt unseren Mamsellchen
Wein und Zwetschgen und Karamellchen!
Mutter Maja in tiefen Kelchen
Pimpernell schenkt aus.
Immer lustig wir pokulieren,
mit dem Glas in der Hand parlieren,
Vater Bergström soll quinquilieren
laut in Saus und Braus.
Sieh, dort tanzt das Mädchen,
rosenrot sind Robe, Rock und Tuch;
wo ist ’s Nummernplättchen,
das vorm Jahr sie trug?
Körbe von Zitronen
nicht beschweren ihren weißen Arm,
aber von Baronen
wird beim Tanz ihr warm.
Wie sie knickst, mit den Armen spielet,
mit dem Fächer die Brust sich kühlet
und ins Glas süßen Nektar füllet.
Pauken, schlagt Alarm!

Sieh den Mond, Vater Bergström, glimmern,
hör die Fiedel krakeeln und wimmern!
Von der Schänke tönt Majas Stimme
aus dem Munde schief.
Sieh auf Djurgård bei jeder Hecke
weiße Hacken und rote Röcke,
und die Nymph an der nächsten Ecke
in dein Zimmer hiev!
Weit ist Montag den muntren Brüdern,
just so weit wie von Nord bis Süden,
Morgenstunde läßt doch ermüden,
ob man nachts auch schlief.
Schoß der Nacht wir wählen
unterm Abendstern mit klarem Brand
und uns froh gesellen
mit Pokal zur Hand.
In des Dunkels Hülle
am Altar Cupidos bet und spür
Bacchi Kellerkühle,
Dunst von Wein und Bier!
Laß den Dummen sein Joch ertragen
und den Schlauen sein Hirn zerplagen!
Fredmans Sang, Wein und Weib behagen
uns im Nachtquartier.