Fredmans Episteln, Nr. 57

Über eine Kindstaufe.

Alles ist richtig bestellt und klariert.
Füttre den Braunen und stopf deine Pfeife!
Schmier deine Stiefel! – Ich hab sie geschmiert. –
Putz das Geschirr und die Sporen schön schleife!
Weißt du wohl, Mollberg, wohin du sollst reiten?
Nein, wohin reite ich? Sag es mir an!
Nun, du sollst fort im Galopp und verbreiten
für alle Welt ein Ereignis von Rang.
Sieh das Roß so freudig tanzen,
wickle ab die grüne Schabrack;
die Trompet mit Silberfransen
mach am Sattel fest und dich pack!
Steig in die Bügel, die Zügel fest fasse,
Glück für der Reise! Die Tore macht auf!
Pitsch! wie er schnalzt, wie er balzt in der Gasse.
Hör! wie er bläst die Trompet unterm Lauf.
Tromb. - - - Frauen und Männer,
Tromb. - - - hurra, ade!
Tromb. - - - Freias Einspänner
Tromb. - - - spornstreichs wie eh!

Warte noch, Mollberg, bleib stehn und halt an,
merke gut auf und behalte es richtig –
Reiter, he Reitersmann, hörst du nicht, Mann?
Sporn dein Kamel, daß die Rüstung klirrt tüchtig,
doch zuerst koste Likör, rot und köstlich –
den hat die Mutter gebraut für die Tauf –
dann, schön geschirret mit Riemen gar festlich,
lade die Paten! Ein Prosit darauf!
Na, wie findest du das Schlückchen?
Bravo, bravo, herzhaft und schön,
just vom Paradies ein Stückchen,
stillt der Därme Lärm und Getön!
Bruder, mit ehernem Handschlag ich schwöre,
ich reit wie Beelzebub, bin ja schon spät.
Pitsch! Weder Kirchturm noch Rinnstein komm’ quere,
Freunde, adieu und vernehmt die Trompet!
Tromb. - - - Hier wird die Feier sein,
Tromb. - - - Vater, hab Dank!
Tromb. - - - Marktschreier sollst du sein,
Tromb. - - - reit frisch und frank!

Mollberg, halt an, nimm den Priem aus dem Mund!
Heißa, ich stürme auf Berg und Basteien.
Hört er denn nicht? Nein, er pfeift seinem Hund,
der vor ihm trippelt so zottig und eigen.
Mutter winkt grüßend und wünscht Glück und Segen,
doch er sprengt weiter mit jauchzendem Mut.
Arm an den Leib, nicht die Beine bewegen!
Winde die silberne Schnur um den Hut!
Pitsch! tönt Peitsche im Gelände.
Pitsch! Da kommt er, glänzend von Schweiß.
Mähre dampft an Hals und Lende,
tänzelt, und die Lefzen sind weiß.
Sieh, wie er vorgebeugt ticket und nicket,
blickt auf den Humpen und grüßet und winkt.
Pitsch! wie er schnalzt mit der Peitsche und hicket,
steht in den Bügeln und zwinkert und trinkt.
Tromb. - - - Prosit, mein Schwägerchen! –
Tromb. - - - Eil dich, ich bitt! –
Tromb. - - - Nie einen trägeren
Tromb. - - - Rappen ich ritt!

Mutter läßt grüßen und bittet, Kamrad,
mache uns Ehre und unserem Pflänzchen,
lade uns Paten und sammle parat
Jungfern und Burschen galante zum Tänzchen.
Schwatz nicht und sauf nicht, denn, merk! meine Olle
findet, daß sowas sich hierbei nicht schickt!
Knäblein gleich mir ist aus borstiger Wolle,
ich hab ’s ja selber bei Danto gestrickt:
gleiche Augen, gleiche Miene,
stur und störrisch, gleiches Gesicht,
hell, als ob die Sonne schiene,
glimmt die Nas wie meine im Licht!
Prost, Bruder Mollberg! Lad Cajsa vom Drachen,
Brita vom Lachs und den Wirt von der Sonn!
Sprenge nun fort und bestell unsre Sache,
schieß in die Luft und dann mach dich davon!
Tromb. - - - Laßt eure Hüte schwirrn!
Tromb. - - - Hurra, hurra!
Tromb. - - - Laßt eure Krüge klirrn!
Tromb. - - - So will ’s Mama!