Fredmans Episteln, Nr. 53

Über die Schlägerei unterhalb vom Danto-Zoll

Ach, beim Humpen und beim Klaren
flattert deine Muse plump,
muß von Höhen niederfahren,
und ihr Glanz wird kalt und stumpf.
Aber nun stille, - - - V:cllo.
Vater Berg, spiele! - - - V:cllo.
Sieh ihn mit Geige im Krug Rosenlund
rosenwangig, kerngesund.

Ohne Genius und Gedanke
er zu seiner Geige langt,
gleicht der Ente träg und schwanke,
die am Dantobommen wankt.
Dummheit sich windet, - - - V:cllo.
schimpft und sich schindet, - - - V:cllo.
tötet der Götter Weh und Behag
mit robustem Strich und Schlag.

Sieh dort hinten bei Grimshagen
liegt der Krug zum Rosenlund.
Wirt berühmt für Stimm und Magen,
für Musik und frischen Spund.
Trinket im Takte! - - - V:cllo.
In jenem Trakte - - - V:cllo.
sind Tabakfelder und -gärten bestellt.
Schrei der Krähen scharf dort gellt.

Sieh Vater Wirt, er lacht und spaßet,
schwenkt das braune Bier im Glas!
Vater Berg den Bogen fasset,
schruppt ein Solo auf dem Baß.
Hör, wie er klappert, - - - V:cllo.
fiedelt und plappert, - - - V:cllo.
nickt mit dem Kopfe und grinst wie ein Faun
unter schweren Augenbrau’n.

So sieht er aus, von Nacht umdunkelt:
trägt den Hausrock plump und platt,
bei jedem Hauch der Zinnknopf funkelt,
Hut mit Blumen welk und matt.
Wie er sich pludert, - - - V:cllo.
rudert und schludert! - - - V:cllo.
Ein Schuh mit Spange aus Messing poliert,
Spang’ aus Zinn den andren ziert.

Prosit, mein Vater! Sieh, wie lustig
ist der Spielmann, der hier spielt,
wie eine Meerkatz, braun und putzig,
die zur Stange grinsend schielt.
Tausende Schwünge, - - - V:cllo.
sausende Sprünge - - - V:cllo.
macht er behende und schnelle im Lauf,
auf und ab, und ab und auf.

Voll ist der Wirt und voll die Stelle,
voll von Becherklang und Mord.
Dort mit dem Glase ein Geselle,
Bootsmann mit dem Messer dort.
Einige gaukeln, - - - V:cllo.
andere schaukeln - - - V:cllo.
zwischen zwei Leinen am Ast einer Tann.
Spiele schnelle, Spielemann!

Brüder, prosit! Prost, Freias Weiber!
Rote Haube, weißes Bein,
Trommelpinn und helle Leiber
wirbeln wild im Mondenschein,
Rock hoch beim Reigen, - - - V:cllo.
lockende Geigen... - - - V:cllo.
Höre sie singen von Wiege und Bett,
früh am Tag und abends spät.

Hier ist uns wohl. Zum Wohl, du Schöne,
nimm dir Waffel und Melon!
In deinem Bier sind Stengel, grüne,
und Muskaten und Zitron.
Spiel und befeure! - - - V:cllo.
Trink, meine Teure! - - - V:cllo.
Hurra! Die Schiffer und Schwestern im Takt
tanzen in dem grünen Trakt.

Sieh, mit Kapuz aus feinem Leder,
der mit Augen tränenfeucht
steht an Bacchi Bierkatheder,
schnauft beim Humpen, schnieft und keucht,
ächzet und hechelt, - - - V:cllo.
lechzet und lächelt. - - - V:cllo.
Wie er sich bückt, wie er schluckt und sich neigt
und sein Glas dem andern zeigt!

Sieh, wer ist der, am Eichbaum lehnend,
Peitsche hält mit langem Stiel,
der just den Hunden drohte dröhnend
und beguckt der Raben Spiel?
Sieh dort am Berge - - - V:cllo.
wie für die Zwerge - - - V:cllo.
duckt sich die Hütte, verfallen und schwach,
schwarze Krähe auf dem Dach.

Doch wer ist der da? – Sjögren heißt er,
Visiteur am Dantobom:
Kätner und Kärrner dreist bescheißt er,
schleichet gierig, scheinet fromm.
So, Kameraden, - - - V:cllo.
kam er zu Schaden: - - - V:cllo.
Schuhe zerlatscht, die Augen verschmiert,
Klauen blutig, Nas halbiert.

Hau ’n auf den Schädel und die Schnute,
nimm ihm Degen und Gehäng!
Brich ihm den Stock und rupf die Kutte,
mit der Flasche fuchtle streng!
Der Halsabschneider - - - V:cllo.
pfändete leider - - - V:cllo.
Brenner und Schlauch in der Wurmsalzergass’.
Nun ist er blau gefleckt und blaß.

In unserm Krug wird Lust getischet,
an der Krugtür Tod und Mord!
Mit deinem Blut man Fusel mischet,
auf dein Wohl man trinket dort.
Forte, Canaille! - - - V:cllo.
Blas zur Bataille! - - - V:cllo.
Klopf ihm den Staub aus dem Rock, daß es knallt!
Hau ’n aufs Hirn! Hau zu! – Nein, halt!