Fredmans Episteln, Nr. 26

die von Mutter Berg und Lotta in der Kohlmessergasse handelt.

Wo steht die Geige? Sag, mein Sohn!
Mutter, pardon, im Eck lehnt sie schon;
doch hör mich an...
Mowitz, wohlan,
setz dich und streich den Violon! - - - V:cllo.
Was für ein voller Donnerton! - - - V:cllo.
Bravo, greif in die Vollen! - - - V:cllo.
Ach! deine Tränen rollen.
Sei ein Kerl, hast du nicht lamentiert schon genug?
Laß mich sehen, wie tief der Hirschfänger schlug.
Mutter, sieh her, was für Hiebe ich litt:
Stiche am Arm, am Nacken ein Schnitt!
Schenke mir ein!
Zwei Schrammen am Bein!
Verdammter Korpral
barsch mir befahl:
Bierfiedler, spiel! Da ging durch mir der Gaul:
Pfui! rief ich, und er schlug - - mir aufs Maul. V:cllo.

Was hat den Kerl so aufgebracht?
Mutter, prosit! Just wie ich heut nacht
trillere fein,
bums! schlägt er drein
auf die Perücke, daß es kracht, - - - V:cllo.
tanzt wie verrückt herum und lacht. - - - V:cllo.
Darauf, eh ich mich fasse, - - - V:cllo.
krieg ich eins auf die Nase.
Denn wir waren in Lotta verliebt, ich und er,
und ich rufe zu Lotta: Hirschfänger her!
Da kommt im Nachthemd der Krüger, nicht faul.
Bums! kriegt der Krüger ein Pfund auf das Maul,
zetert und flucht,
Krügerin ruft,
diese, bastant,
haut ihm galant
doppelt aufs Maul, und der Korpral hat gegrient.
Krüger und Krügerin - - warn bedient. V:cllo.

Mutter, so ging mein Spiel zu End,
weil mich das Kohlmesserpack nicht kennt.
Satans Alarm,
mein Bein und mein Arm,
Schenkel und Hüfte, Brust und Lend! - - - V:cllo.
Aber noch spiele ich behend. - - - V:cllo.
Sieh meine Finger rennen! - - - V:cllo.
Au! au, die Knöchel brennen!
Oh, der Fingerling fiel in die Suhle, o weh!
Und das Pflaster, das klebt auf dem Stuhle, o je!
Bogen zerbrochen und Roßhaar ist all,
Lotta ist fort und der Branntwein ist schal.
Weh über mich!
Mein Herz traf ein Stich.
Die ihn mir gab,
grub mir das Grab.
Kohlmessers Lotta hat mich trostlos gemacht.
Ach! sie ging fort heut nacht - - streng bewacht. V:cllo.