Fredmans Episteln, Nr. 21

in welcher er primo die Nacht mit ihren Vergnügungen schildert und secundo ein Gleichgewicht zwischen Weines- und Liebesstärke vor Augen zu führen scheint, doch zuletzt klar den Stärkeren offenbart.

Wolken aufziehen,
Sterne verglühen,
Sturm ist verstummt, der das Ohr hat erfüllt.
Stadt liegt im Dunkeln,
Türme, sie funkeln,
Mond nun versilbert, was Sonne vergüld’t.
Bellen im Hage,
Türengeschlage.
V:cllo. - - - Spann deinen Baß!
In allen Gassen
hört man es platschen,
plätschern aus Pötten, wie lustig klingt das!

Halt an die Bank dich,
torkle zum Schanktisch,
tappe und taste zu Kanne und Krug!
Rüttle und rühre,
schüttle und führe
Geige ans Kinn und dann schlucke und spuck,
trample und dröhne,
fiedle und töne,
V:cllo. - - - zupfe gewandt!
Himmel dich löhne!
Sieh, deine Schöne
Nacht hat im Auge und Licht in der Hand.

Gläser laßt klingen!
Herz will zerspringen.
Hier hab ich Liebchen und Licht und Bouteill’,
Hörner, Posaunen,
Kisten und Daunen.
Sieh! Vater Berg mit Kapuze aus Fell,
Ulla im Hemde!
Spielet behende,
V:cllo. - - - hüpfet geschwind!
Klatscht in die Hände!
Wackelt, ihr Wände!
Schwingt euch im Tanze, ihr Lümmel, beschwingt!

Lasset uns schwärmen!
Lichter uns wärmen
an den Paneelen und unter dem Dach.
Schluß mit Geschwafel!
Schinken zur Tafel
mit Blütenblättern für besten Geschmack!
Lust ist bereitet,
Spielmann arbeitet.
V:cllo. - - - Hört Trillerspiel!
Mädchen sind müde.
Seid nur nicht prüde,
ehrlich begehrt, was das Herz haben will!

Doch wer betrübt ist,
balde geprüft ist
von seinem Glücke, dem Neid und der Zeit.
Denkt nicht ans Glücke,
Neid den nicht drücke,
der jede Stunde zur Lust ist bereit!
Tanzet im Saale,
leeret Pokale,
V:cllo. - - - rufet Prosit,
tummelt im Schwarme,
schlinget die Arme
um eine Nymphe im Bett, das dort steht.

Wen Amors Pfeil traf,
weiht sich dem Beischlaf,
frönt allezeit seiner Schönen allein,
brennet, besinnet,
seufzet, gewinnet,
nimmt ein Stück Schinken und trinkt Branntewein.
Hurra, Kamraden!
Dröhnt wie Soldaten!
V:cllo. - - - Stimm, Vater Berg!
Lasset uns schwirren,
bechern und klirren!
Himmel ist schwarzblau, die Lust unser Werk.

Schwatz nicht, du Lümmel,
flugs ins Getümmel!
Schluß mit der Polska, der Teufel dich hol!
Hurra, Courage,
frischauf, Bagage!
Aber zur Hölle mit deiner Viol!
Weg mit dem Krempel!
Fort aus dem Tempel!
V:cllo. - - - Gib mir ein Licht!
Hurra, ich lärme,
trinke und schwärme,
Venus ich folge, zu Bacchus ich flücht.