Fredmans Episteln, Nr. 14

An den Poeten Wetz.

Hört, ihr Orpheus-Knechte,
stimmt die Saiten rechte!
Zupfet alle - - - V:cllo.
zu Apollos Preis!
Du da zum Exempel,
hier in Freias Tempel
niederfalle, - - - V:cllo.
folge Freias Weis!
Du, der fröhlich altes Bier gekost’t,
du sollst haben Silberhaare, prost, - - - V:cllo.
und ’nen Schlund, der nie verrost’.

Baßviolen klingen.
Laß den Becher bringen!
Winke, Bruder, - - - V:cllo.
schwinge deinen Hut,
zeige deine Taten
deinen Kameraden;
mit dem Ruder - - - V:cllo.
rühre Bacchi Flut!
Glas zur Hand bei Saitenspielerei,
Huile de Venus, Kümmel, Zimt, Salbei, - - - V:cllo.
Bruder Wetz, zuteil dir sei.

Du auf Pindos streitest
und mit Lust arbeitest!
Hirn, es brennet, - - - V:cllo.
und der Schädel kracht
dir, der Perlen streute
auf das Bett der Bräute.
Wer erkennet - - - V:cllo.
deines Genius Pracht?
Lieber Bruder, setze auf den Hut;
Bacchi Weinberg glimmt in roter Glut. - - - V:cllo.
Sieh, Cupido, Venus’ Blut!

In dem heilgen Lunde
Blitz und Donners Stunde!
Venus reckt sich - - - V:cllo.
aus dem Wolkenrand,
reicht den Wein im Becher,
und ihr Sohn mit Köcher
träge streckt sich - - - V:cllo.
hier am Mälarstrand.
Nicht von Wasser, nein! von cyprisch Wein
blüht das Paradies, Cousin, allein. - - - V:cllo.
Setz dich nieder, schenk dir ein!

Fürcht nicht Donners Stunde!
Wunder tut sie kunde.
In dem blanken - - - V:cllo.
Becher, gleich Juwel,
spiegle sich dein Herze
und sei frei von Schmerze
bei Gedanken - - - V:cllo.
an Gesang und Spiel.
Sollst verlieben dich in dein Gemäld!
Deine Kupfernase zeigt der Welt - - - V:cllo.
Freias Heer und Bacchi Zelt.

Wein macht frei von Sorgen
wie der junge Morgen.
Pflück die Stunde, - - - V:cllo.
zupf den Violon!
Krug, den du wirst trinken,
Kummer läßt versinken,
und am Grunde - - - V:cllo.
scheint des Glückes Sonn.
Laß Cupidos Lilien blühn im Bett,
und in Bacchi Weinberg werde fett! - - - V:cllo.
Trinke, Wetz, du bist Poet.