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Fredmans Episteln Nr. 82

Fredmans Epistel 82

Oder unvermuteter Abschied,
verkündet bei Ulla Winblads Frühstück
im Grünen, an einem Sommermorgen.

Weile an dieser Quelle,
zum Frühstück ladet diese Stelle:
Rotwein und Pimpernelle
und frisch erlegte Bekassin’.
Klang! Ulla, siehe rollen
die leeren Pullen und die vollen,
die uns erquicken sollen,
spür ihren Dunst mit feinem Sinn!
Aus Karaffin
gieß Wein ein, klar und helle,
mit froher Mien’!
Weile an dieser Quelle
und hör den Waldhornklang, Cousine,
Corno. - - - den Waldhornklang, Cousine!

Siehe im Felde spielen
anmutig Stute, Hengst und Füllen,
höre den Bullen brüllen,
bang blökt das Lamm und ängstlich äst.
Gockel auf seinem Dache
laust seine Flügel mit Gegack’re,
Schwalbe taucht in dem Bache,
die Elster lacht in ihrem Nest.
Hol Kaffee jetzt
und laß den Kessel kühlen
bei Floras Fest.
Siehe im Felde spielen
Anmut, die unser Aug ergetzt,
Corno. - - - die unser Aug ergetzt.

Himmel, wie diese Runde,
vereint im frohen Freundesbunde,
lichtet den Platz im Grunde
und schafft Behag im grünen Gras.
Wirbelnde Winde brausen,
in Licht und Schatten spielend hausen,
Zweige und Blätter zausen,
vom Tau des jungen Tages naß.
Meine Ulla, faß
zur Feier dieser Stunde
wie ich das Glas!
Himmel, wie diese Runde
mit Blüten prangt im Übermaß,
Corno. - - - nun prangt im Übermaß!

Siehe die Nymphe springen,
Oliven hier, dort Eier bringen,
eifrig fürs Wohlgelingen,
da sie mit Rosenschale eilt,
hier Topf und Teller stellet
und dort schöpft Rahm, der überquellet.
Flor auf den Brüsten schwellet,
da sie die Mandeltorte teilt
und mit dem Beil
vom Hühnchen löst die Schwingen,
schon kalt derweil.
Siehe die Nymphe springen,
eh sie in froher Müh verweilt,
Corno. - - - in froher Müh verweilt.

Blaset, ihr Musikanten
bei Äols Wind von Bergeskanten!
Schelten auch alte Tanten,
ihr Töchter Freias, tanzt und singt!
Schwestern, ein Trunk bei Tische,
und pro secundo tränkt die Fische!
Gierig in seiner Nische
summiert der Wirt den Preis geschwind.
Klang, schönes Kind!
Klang, Ullas Amaranthen,
mit Gläsern klingt!
Blaset, ihr Musikanten
und euren kühlen Branntwein trinkt,
Corno. - - - den kühlen Branntwein trinkt!

Köstlich ist dieses Grüne
und meines Abschieds letzte Bühne.
Ulla, leb wohl, du Schöne,
bei aller Instrumente Laut!
Fredman von hinnen scheidet
und, was Natur gebeut, erleidet.
Klotho den Faden schneidet,
und Charon fordert seine Maut.
Komm, Amor, traut
und Freias Töchter löhne
mit Bacchi Kraut!
Köstlich ist dieses Grüne,
ein letztes Mal ist Ulla Braut,
Corno. - - - zum letzten Male Braut.

Übersetzung: Klaus-Rüdiger Utschick