Elegie am Bett von Ulla

Mikael Samuelson & Mats Bergström mit Ensemble führen in den fünf Strofen dieser „Fredmans Epistel No. 7“ fünf Bellman-Interpretationsweisen vor: von Männerchor bis Kunstlied und Jazz, historisch bis romantisch-empfindsam. Ein komödiantisches Feuerwerk!
Szenerie: Eine Kammer, schwach erhellt von Kerzen; ein Bett.
Personen: Die Nymphe Ulla Winblad; ihr Liebhaber Jean Fredman und, abseits auf einem Stuhl sitzend, der Cellist Vater Berg. Handlung: Fredman fordert Vatger Berg auf, sein Instrument zu stimmen und zu spielen. „Nimm die Baßviole, zupfe und schraube, laß sie gurren wie eine verliebte Taube!“ Doch Fredman weiß: seine Geliebte gehört nicht nur ihm. Sie ist mit seinem Rivalen Norström verlobt. Eifersucht quält ihn. Der Klang des Cellos ist Balsam für seine Seele. Und der Humpen des Cellisten erinnert ihn: „Gegen Liebe gibt es Trost!“ Doch dafür ist es noch zu früh. Erst wird er Ulla die bräutliche Myrtenkrone aufsetzen. Jetzt ist Ulla SEINE Braut. (Daß Ulla demnächst Norström heiratet und doch „allen gehört“, teilt Fredman in Ep. 48 mit. Sein Verhältnis mit Ulla wird ihre Vermählung mit Norström offenbar schadlos überstehen, siehe Ep. 72.)

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1.

Fram med basfiolen, knäpp och skruva,
V:cllo. – – – Skjut skruven in;
Pip och kuttra som en turturduva
V:cllo. – – – För makan sin;
Släng din peruk och bulta din hjässa,
Bliv ej svartsjuk, blödig och rädd;
Lät mina ögon tårar pressa
Uppå Ulla Winblads bädd.

1.

Nimm die Baßviole, zupf und schraube
V:cllo. – – – den Pinn hinein!
Girr und gurre wie die Turteltaube
V:cllo. – – – im Liebeshain!
Reiß vom heißen Hirn die Perücke
und zur Joppe häng sie ans Brett,
ach! da ich heiße Tränen drücke
hier auf Ulla Winblads Bett!

2.

Fader Berg, gutår, mitt bröst mig klämmer;
V:cllo. – – – Mitt hjärta känn
Hur det klappar vid var ton du stämmer
V:cllo. – – – Och svider sen.
När jag ser dig, så tänk att jag finner
Kyla, svalka, ro i mitt bröst,
Ty med ditt glas du mig påminner,
Att mot kärlek finnes tröst.

2.

Vater Berg, wie ist mein Herz beklommen
V:cllo. – – – und bange schlägt,
spürt von deinen Saiten Tröstung kommen,
V:cllo. – – – von Harm bewegt.
Bei deinem Spiel ich fühle und finde
Kühlung meiner brennenden Brust.
Ja! und dein Humpen zeigt gelinde:
Gegen Liebe gibt es Trost.

3.

Men mitt öga ser som i en dimma
V:cllo. – – – Just Fröjas grav:
En paulun, kring vilken lampor glimma.
V:cllo. – – – Drag skorna av;
Helga det rum, där skönheten kastar
Sina liljor döden till rov!
Du, min vestal, till målet hastar,
Och min själ är i behov.

3.

Doch ich schaue wie im Nebelschleier
V:cllo. – – – auf Freias Grab:
Um ihr Lager flammt Laternenfeuer.
V:cllo. – – – Den Schuh tu ab!
Bete zur Schönheit, die ihre Lilie
gibt zum Raub dem grausamen Tod.
Vestalin, ach! du drängst zum Ziele;
meine Seele ist in Not.

4.

Si den vita barmen hur han flämtar.
V:cllo. – – – Knäpp litet grand!
Si hur hon sin myrtenkrona hämtar
V:cllo. – – – Utav min hand.
Si hennes ögon trotsa just döden
Med sin klarhet, styrka och färg.
Hör hennes sång om jungfrurs öden;
Hör du, hör du, fader Berg?

4.

Sieh den weißen Busen, wie er bebet.
V:cllo. – – – Zupf leise jetzt!
Meine Hand die Myrtenkrone hebet,
V:cllo. – – – aufs Haupt ihr setzt.
Sieh ihre Augen Tode bezwingen,
ihre Klarheit, Farbe und Stärk,
hör sie vom Los der Jungfraun singen,
hörst du? hörst du, Vater Berg?

5.

Si nu kött och blod i skönsta prydnad
V:cllo. – – – Förklara sig.
Mina känslor från förnuftets lydnad
V:cllo. – – – Nu draga mig,
Draga mig dit, just dit där du ligger.
Än får du ej lida utav.
Nu skall du dö, min nymf! — Jag tigger:
Kvickna åter i din grav!

5.

Siehe, Fleisch und Blut in schönster Zierde
V:cllo. – – – sich nun verklärt,
fort von der Vernunft mich zerrt Begierde
V:cllo. – – – und siedend gärt,
zieht mich zu ihr in Wollust und Wehe.
Fahr noch nicht zum Tode hinab!
Ach, meine Nymph, du stirbst! — Ich flehe:
Wache auf in deinem Grab!

* * *

Fredmans Epistel Nr. 7
Übersetzung: Klaus-Rüdiger Utschick

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