Artikel in Nya Wermlands Tidning |
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Aus dem Briefkasten grabe ich ein Buchpaket aus Deutschland hervor.
Klaus-Rüdiger Utschick hat ein Exemplar von Im Labyrinth des Lebens geschickt,
ein Buch mit ausgewählten Gedichten von Nils Ferlin.
Übersetzer ist der Absender selbst, der zusammen mit seiner Frau Ursula den
Anacreon-Verlag betreibt.
Die Auswahl von Ferlins Gedichten ist vor einiger Zeit in einer
kleinen Probeauflage herausgekommen, mit all den kleinen und nicht so kleinen
Fehlern, die einer Probeauflage so zu eigen sind.
Doch nun sind die Fehler beseitigt, teilt Klaus-Rüdiger Utschick in seinem
Begleitschreiben mit.
Außerdem ist die Technik, in der das Ferlinbuch gedruckt wurde, so gut,
daß der Druck ausgesprochen haltbar ist. In Deutschland wird man Ferlins Gedichte noch
lesen können, "wenn man den 500. Geburtstag des Dichters feiert, also im Jahre
2389", verspricht der Übersetzer und Verleger.
Das kann man nur hoffen. Denn Klaus-Rüdigers Übertragungen
gesponsert von den Inhabern des Copyrights und von Svenska Institutet werden Ferlin
absolut gerecht.
Ein inhaltsreiches Vorwort von Knut Warmland, dem intimen Kenner von Ferlins
Dichtung, gibt dem deutschen Leserkreis den biographischen Hintergrund und den
literarischen Rahmen für Ferlins Dichtung.
Daneben enthält der Band auch "Ein Selbstportrait", von Ferlin im
Jahr 1937 gezeichnet.
Klaus-Rüdiger und Ursula Utschick besitzen einen großen,
bewundernswerten Enthusiasmus.
Den muß man wohl haben, wenn man Bellman, Fröding, Ferlin und Olof von
Dalin in deutscher Übersetzung herausgibt.
Doch auch der am hellsten glühende Enthusiasmus reicht nicht aus für
solche Aufgaben. Nur außerordentliche Sprachkenntnisse können ihnen gerecht werden.
Klaus-Rüdiger Utschick besitzt diese Kenntnisse.
Die Schwedische Akademie sollte eigentlich den Eheleuten Utschick je eine
Medaille verleihen für ihre hingebungsvolle Arbeit mit "snille och smak", also
mit Geist und Geschmack (wie das Motto der schwedischen Akademie lautet). Und mit nicht
unbedeutendem Wagemut!
Das Schöne an Utschicks Ferlin-Übertragung ist, daß die
"Wortmusik", von der Knut Warmland in seinem Vorwort schreibt, immer als echt
empfunden wird, sie ist vollkommen frei von Stolpersteinen, die eine Übersetzung dem
Leser in den Weg legen kann.
Ein Grund dafür ist, daß die deutsche und die schwedische Sprache einander
verhältnismäßig nahe sind.
Aber das reicht nicht. Unverzichtbar ist auch eine sehr hohe poetische
Begabung des Übersetzers.
Wie in dem Gedicht "Im Volksliedton", dessen erste Strophe auf
Deutsch so lautet:
Liebe wandert und Liebe besteht,
keiner versteht ihr Betragen.
Doch dir will ich folgen, wohin es auch geht,
in allen Lebenstagen.
Mats Dahlberg