
Wer von Bellmans Werken spricht, meint vor allem die Lieder der Fredmandichtung. Die
beiden Liederzyklen Fredmans Episteln und Fredmans Gesänge stellen den
bedeutendsten Teil der Werke Bellmans dar. Diese Lieder sind in Schweden in aller Munde
und selbst im übrigen Skandinavien populär im wahrsten Sinne «unsterbliche
Lieder».
Wer war Fredman? Es war der nach Schönheit und Branntwein dürstende Stockholmer
Hofuhrmacher Jean Fredman, der bei seinem Tod 1767 weder Uhr noch Werkstatt noch
Laden besaß ; ihn machte der Dichter zum Apostel der Lebensfreude, zum Verkünder von
Bacchus und Venus und von Apoll. «Laß den Dummen sein Joch nur tragen / und den Schlauen
sein Hirn zerplagen! / Fredmans Sang, Wein und Weib behagen / uns im Nachtquartier.»
Die Fredmandichtung ist als Poesie mit der Musik entstanden. Man muß sie «auf sich wirken lassen, um zu verstehen, warum sie alle Erwartungen, die man an einen Text des ausgehenden 18. Jahrhunderts zu stellen pflegt, übertrifft und in einer Weise zeitlos ist, wie dies nur bei den großen Werken der Weltliteratur der Fall ist.» (H. Ritte)
Die weiteren Werke Bellmans darunter religiöse Dichtung und dramatische Werke sind zu Unrecht weitgehend in Vergessenheit geraten. Der unermüdlichen Forschungs- und Herausgabetätigkeit der Bellmanssällkapet ist es danken, daß das überlieferte Werk Bellmans nunmehr in 20 Bänden der kritischen Ausgabe der sogenannten Standardupplagan vorliegt.
Für die Übersetzung von Fredmans Episteln ins Deutsche erhielt Klaus-Rüdiger Utschick 1995 einen Extrapreis der Schwedischen Akademie. Für seine weitere Übersetzungsarbeit gab ihm die Akademie im gleichen Jahre ein Stipendium.
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