Carl Michael Bellman Band 3: Religiöse Dichtung.
“Komm, Kind der Erde!”

Selbst in Schweden ist wenig bekannt, daß Bellman großartige religiöse Poesie geschaffen hat

Bellman Band 2: Fredmans Gesänge Seite 74 und 75

Wenig bekannt ist, selbst in Schweden, daß Carl Michael Bellman, der Schöpfer unsterblicher Trink- und Liebeslieder, auch religiöse Dichtung hinterlassen hat. Manchen, der Bellmans bacchantische und satirische Lieder kennt, muß es sensationell anmuten, hier Predigten in Strophenform von Bellman vorzufinden!

Aber sie werden den vertrauten Dichter wiedererkennen, der von sich sagte, “daß ich die Menschen liebe und keinem Wesen in der Natur Böses will“. Diese Gedichte und Lieder sind von einer feurigen und zugleich kindlich-zarten Gläubigkeit, die nichts gemein hat mit jener erbarmungslosen Strenge, von der die offizielle Kirche Schwedens damals geprägt war. Nicht Furcht vor der Verdammnis, sondern Trost und Hoffnung will der Dichter den Menschen geben. So schrieb Bellman als Motto der Ausgabe von 1787: “Mit dreister Hand ich hiermit wag, / diesen Band zu übergeben, / der die Herzen will erheben, / mildern ihren wilden Schlag. / Diese Hoffnung mich befeure, / Ehrfurcht meine Leier rühr, / denn ich weiß – und es beteure – / daß ich leb und sterb allhier.“

Der Anacreon-Verlag stellt die religiösen Gedichte nun erstmals in deutscher Übersetzung vor. Die Einführung schrieb Sven Thorén, unter dessen wissenschaftlicher Leitung die religiöse Dichtung in der schwedischen Standardausgabe der Werke Bellmans herausgegeben wurde. Zur Illustration wurden Bilder von Zeitgenossen und Freunden Bellmans, der damals tonangebenden Künstler Elias Martin und Johan Tobias Sergel sowie von Carl August Ehrensvärd verwendet.

Übersetzt und herausgegeben von Klaus-Rüdiger Utschick. Vorwort von Sven Thorén.
Mit Bildern zeitgenössischer Künstler. Leinen mit Schutzumschlag. 151 Seiten.
(c) 1998.  21,40 €.  ISBN 978-3-932759-03-1