Nr.  61

AN DIE BOUTEILLE.

Guten Tag! Sieh, mein Cousinchen!
Schönste Demoiselle Boutell’,
liebe Freundin, Konkubinchen,
komm und dich zu uns gesell!
Zum Wohl! :||:
Dich zu uns gesell! :||:

Freundin von der besten Sorte,
frisch und fröhlich scheinst du mir.
Lassen wir die schönen Worte,
aber küssen wollen wir.
Zum Wohl! :||:
Nun küssen wir. :||:

Woher kommst du, schöne Fremde,
von der Mosel, von dem Rhein,
vom der Erde andrem Ende?
Doch egal, komm nur herein!
Zum Wohl! :||:
Nur herein, herein! :||:



Liebste Freundin, meine Kehle
sehnet sich nach dir so sehr.
Hütchen ab! Erfreu die Seele,
aber komm nicht wieder her!
Zum Wohl! :||:
Komm nicht wieder her! :||:

Laßt uns, Kameraden, reisen
in die Seligkeit mit Wein!
Unsre Kehlen seien Schleusen,
segle, Wein, in sie hinein.
Zum Wohl! :||:
Segle Wein hinein! :||:

Himmel, Dank für Mund und Magen!
Doch die Zunge wird mir schwer,
und die Kräfte mir versagen,
und ich seh mein Glas nicht mehr –
zum Wohl! – :||:
seh mein Glas nicht mehr. :||:

Brüder, laßt den Priester kommen,
und ich mach mein Testament,
doch erst soll der Rest mir frommen,
daß der Durst mich nicht verbrennt –
zum Wohl! – :||:
mich nicht verbrennt. :||: