Nr.  41

Joachim einst in Babylon
hatte ’ne Gattin Susanne.
Leer die Kanne! Her die Kanne!
Prost, auf die Person!
Joachim war partout ein ehrlicher Mann,
ehrlich wie er auch seine Gattin Susann’:
Frau Susanne :||:
manches Herz gewann.

Joachims Frau war tugendhaft,
auf treue Frauen wir prosten
und wir kosten :||:
guten Rebensaft!
Gläser laßt klingen, laßt uns singen im Kreis,
Knabe und Mädchen und Greisin und Greis,
laßt uns klingen, laßt uns singen,
prosit, ihr zum Preis!

Joachim galt als reich gar sehr,
konnte bewirten den Nächsten,
mit dem Besten :||:
an der Tafel schwer.
Und Frau Susanne auch gewann reich Behag,
hungrige Freier war’n da Tag für Tag.
Hurra, Leute! :||:
Lustig war’s Gelag.

Teuerste Brüder, hört, was sich dann
Schändliches zutragen sollte:
zwei Unholde :||:
stellten nach Susann’,
krochen und keuchten miteinander im Sand,
Lust war entbrannt, just wo Schönheit sich fand.
Frau Susanne :||:
treu war ihrem Mann.

In ihrem Garten ein Lusthaus stand
mit Tapeten aus Seiden.
Mittagszeiten :||:
ging hinab Susann’.
Eichen und Linden standen rund um den Teich,
schöne Susanne, die plantschte so weich,
als sie planschte, :||:
sah man Lilien gleich.

Unten im Blumengarten, schau,
streiften die Schelme behendig,
strichen wendig, schlichen ständig
harrend auf die Frau.
Hei, sagt’ der eine zu dem andren perfid,
hei, es ist Mittag, ich geh, kommst du mit?
Zwei Kanaillen :||:
bis ins letzte Glied.

Wohl versteht man, daß jener log,
und was sie hatten in Sinnen.
Weißes Linnen :||:
ihre Augen trog,
zog ihre Herzen zu Susann’ mit Gewalt,
aber am Tor, ja da galt es dann Halt.
Hurra, Alte! Blut es wallte.
Doch Susann’ blieb kalt.

So war der Zusammenhang.
Himmel Susanne soll krönen!
Unter Schönen :||:
hat sie hohen Rang.
Gläser laßt klingen, Mamsell und Gesell!
Liebe erfülle Gedanken und Seel!
Laßt uns trinken :||:
ohne all Krakeel!