FREDMANS EPISTEL  Nr.  28

Über einen Hinterhalt gegen Ulla Winblad.

Freia, ich hab dein Kind gesehen
in Yxsmedsgränd
in ’nem garnierten Mieder gehen,
geschnürt die Lend,
mit runden Formen, schönen Perlen,
Tand und Flitter und Spang,
aber verfolgt von zweien Kerlen
mit Schwertern lang.

Sie dreht sich, fächelt mit dem Schleier
ganz leicht und leis,
der Glanz der Augen, treu und teuer
und tränenheiß.
Wenn in ihr Auge Tränen springen,
Stimme zittert vor Schmerz,
was kann an Zartheit mehr bezwingen
ein männlich Herz?

Von Kopf bis Fuß die Nymph ich sehe,
welch bittres Bild:
Zwei Hände strecken sich zur Höhe,
zum Himmel wild.
Man zerrt am Kleid. Die Uhr bleibt stehen,
Perpendikel springt ab!
Nun will die Nymph den Kranz selbst schmähen,
den Freia gab.

Du strenge Macht, die Liebe tötet
durch Raserei!
Sieh, Ulla ringt und rennt errötet,
und kämpft sich frei.
Zum Tempel ihre Blicke hetzen:
Themis, gib ihr Pardon!
Die Fürsten der Polizei ihr setzen
aufs Haupt die Kron.

Zu Freia eile, nimmer spüre
der Neider Hand!
Dein Freudenlicht den Himmel ziere
in Paphos’ Land!
Die Lust entzünde und erteile,
die belebt die Natur!
Hör auf zu weinen, auf und eile
auf Glückes Spur!