Hwad Behagas, Nr. 3, 2006, Bellmanssällkapet
"Unter den Neuerscheinungen
des Jahres findet Klaus-Rüdiger Utschicks deutsche Übersetzung von Bacchi Tempel 1779
(siehe StU 5, Stockholm 1935) besondere Beachtung. Bacchi Tempel öpnat vid
Corporalens samt Ordens-Oboistens Fader Movitz död 1779 (so lautet der komplette
Titel) liegt nur in Handschrift vor, doch das Stück wurde schließlich unter dem Titel Bacchi
Tempel öpnadt vid En Hieltes Död 1783 gedruckt ein Werk, das in seiner
typographischen Ausgestaltung und mit den Gravuren der Gebrüder Martin zu den schönsten
Arbeiten der gustavianischen Zeit, ja der gesamten schwedischen Buchkunst zu rechnen ist.
Utschicks Übersetzung ist durchweg kongenial. Er folgt getreu Bellmans wogenden
Alexandrinern, und die Gesangstexte passen ebenso genau zur musikalischen Form. Da das
Buch außerdem die Originalillustrationen der Gebrüder Martin enthält und einen vollständigen, mit dem schwedischen
Text komplettierten Musikteil aufweist, ist es mit goldenen Lorbeeren
geschmückt. Daß es sich dabei um ein Werk handelt, das außerhalb der
Fredmandichtung liegt, macht das Projekt noch mehr verdienstvoll.
Die einzige
Problematik dieser Übersetzung dürfte darin liegen, daß Utschick Teile der Handschrift nahm und ihnen Teile der gedruckten Ausgabe hinzufügte, womit
er, wie Lars Lönnroth in seinem glänzenden Vorwort schreibt, "das beste aus beiden
Versionen" vereint hat.
Dies kann in einem gewissen Maß irritieren. Andererseits war es vermutlich die beste
Vorgehensweise, um Klarheit und Struktur in eins der bemerkenswertesten Stücke Bellmans
zu bringen."
Bengt Jonshult |