Trauer um Paul Britten Austin

 

Der Schrift­stel­ler Paul Brit­ten Aus­tin ist tot. Am 5.4.1922 in Daw­lish in Eng­land ge­bo­ren, war er seit 1951 mit der Schrift­stel­le­rin Mar­ga­re­ta Berg­man ver­hei­ra­tet und wohn­te mit ihr bis zu­letzt in dem Stock­hol­mer Vor­ort Far­sta. Er mach­te sich zu­nächst ei­nen Na­men mit Er­zäh­lun­gen und Es­says. Ei­nen be­son­deren Fo­kus leg­te der be­gab­te Orgel­spieler auf musi­ka­li­sche Be­zü­ge der Li­te­ra­tur. Er hat wie kein an­de­rer Schwe­dens Dich­tung in der Welt be­kannt ge­macht: als Schrift­stel­ler, als Über­set­zer – und als un­wider­steh­li­cher Re­zi­ta­tor, der auch auf CD zu hö­ren ist. Die be­ste Bell­man-Bio­gra­phie stammt aus sei­ner Fe­der.

Für seine Ver­dien­ste um die Ver­brei­tung der schwe­di­schen Li­te­ra­tur in eng­lischer Über­set­zung wurde er mit dem Nord­stjär­ne­orden ge­ehrt. 1979 er­hielt er von der Schwe­dischen Aka­de­mie den Ex­tra­preis für sein Bell­man­buch und ei­nen Über­setzer­preis.

Für uns und un­se­re Über­set­zungs­ar­beit war er ein un­er­müd­li­cher Hel­fer und An­re­ger. Und er war ein lie­bens­wer­ter und treu­er Freund. Seit­dem wir ihn in den 80er Jah­ren ken­nen­lern­ten, tra­fen wir uns je­den Som­mer. Vor einigen Jah­ren er­krank­te er schwer, er­hol­te sich aber er­staun­lich gut. Wir er­in­nern uns leb­haft an das Fest, das am 25.8.2003 zu sei­nen Eh­ren im Bellman-Muse­um auf Lång­holm­en statt­fand, bei dem sein Schwie­ger­sohn Pe­ter Ek­berg-Pelz die musi­ka­li­sche Lau­da­tio hielt und zu dem u.a. Jer­ker Eng­blom aus Karl­stad ge­kom­men war. Vor drei Wo­chen rief Paul bei uns an und sprach über ei­ni­ge Bell­man be­tref­fen­de Din­ge, die ihm am Her­zen la­gen. Es war un­über­hör­bar, daß ihm das At­men und Spre­chen schwer fiel. Lun­gen­krebs, sagte er leicht­hin, aber die Behand­lung sei gut. In eini­gen Wochen sollten wir ihn und Margareta in ihrer neu­en Woh­nung in einem Ser­vice­haus in Far­sta be­su­chen. Paul klag­te nicht über sei­ne Krank­heit, er war ein op­ti­mi­sti­scher Mann, der imm­er ge­faßt und fest nach vorn blick­te. Vor ei­ner Wo­che er­fuh­ren wir von sei­ner Toch­ter Rose, daß er mit dem Tode rang. Am 29. Juli stand in Da­gens Ny­heter ein Nach­ruf auf ihn.

Wir trauern um einen Freund.


München, den 31. Juli 2005     Ursula und Klaus-Rüdiger Utschick